“Fußball hat mein Leben verändert!“ Karleane, 17 Jahre alt aus Brasilien
Brasilien gegen Chile. Ein ungleiches Duell, glaubt man der Statistik: Die letzten sieben Spiele gewann Brasilien in einem Torverhältnis von 26:3. In den insgesamt 65 Spielen, die zwischen Brasilien und Chile stattfanden, haben die Chilenen nur sieben Spiele für sich gewinnen können.
Einziger Hoffnungsschimmer für die Chilenen: In Brasilien ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Brasilien ist weit entfernt von der Leichtigkeit, mit der sie all die Jahre über den Fußballplatz schwebten. Carlos Dunga setzt jetzt auf eine stabile Viererkette, auf die Kontrolle: “Alle Teams, die auf Brasilien treffen, verlassen sich auf Konter, weil sie wissen, dass es der brasilianischen Fußball-Kultur entspricht, die Initiative zu ergreifen.” Genau diesen Konter will er Chile nicht gönnen.
Doch Dunga braucht sich vielleicht gar keine Gedanken zu machen. Chile muss auf drei Spieler in verteidigenden Positionen verzichten und ist damit klar im Nachteil gegenüber den brasilianischen Torjägern Elano, und Fabiano. Kaká und Robinho nicht zu unterschätzen. Anders betrachtet: Chile hat nichts mehr zu verlieren. Über den Einzug ins Achtelfinale hat man sich sehr gefreut, alles Weitere liege in der Hand Gottes.

Wie immer das Spiel enden mag, in Brasilien regiert der Fußball. Ein Projekt von Plan hat sich dies zu Nutzen gemacht. Ziel ist es, dass 600 Mädchen in Brasilien, Ghana und Togo mit Hilfe des populären Mannschaftssportes an Selbstbewusstsein gewinnen, um sich für ihren Platz in der Gesellschaft stark zu machen. Schirmherrin des Projekts ist die Fußball-Weltmeisterin Sonja Fuss: “Nächstenliebe, Fairness, Aufrichtigkeit und Verantwortung geben nicht nur den betroffenen Mädchen Stärke für ihre eigene Zukunft, sondern vielleicht einer ganzen Familie, einem ganzen Dorf oder auch einem Land.“
Bis Ende November 2012 läuft das Fußballprojekt in Codó im Nordosten Brasiliens. Neben den Trainingseinheiten profitieren die Mädchen von den Workshops, die Themen wie HIV/Aids oder frühe Schwangerschaften und die Bedeutung von Bildung in den Vordergrund rücken. “Meine Mutter stand dem Projekt am Anfang sehr ablehnend gegenüber. Aber jetzt akzeptiert sie mein Hobby und unser Verhältnis hat sich sehr gebessert. Auch meine Freunde behandeln mich mit mehr Respekt“, beschreibt Karleane, was ihr das Projekt bedeutet.