28. Juni 2010

Fußball hat mein Leben verändert!

“Fußball hat mein Leben verändert!“ Karleane, 17 Jahre alt aus Brasilien

Brasilien gegen Chile. Ein ungleiches Duell, glaubt man der Statistik: Die letzten sieben Spiele gewann Brasilien in einem Torverhältnis von 26:3. In den insgesamt 65 Spielen, die zwischen Brasilien und Chile stattfanden, haben die Chilenen nur sieben Spiele für sich gewinnen können.

Einziger Hoffnungsschimmer für die Chilenen: In Brasilien ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Brasilien ist weit entfernt von der Leichtigkeit, mit der sie all die Jahre über den Fußballplatz schwebten. Carlos Dunga setzt jetzt auf eine stabile Viererkette, auf die Kontrolle: “Alle Teams, die auf Brasilien treffen, verlassen sich auf Konter, weil sie wissen, dass es der brasilianischen Fußball-Kultur entspricht, die Initiative zu ergreifen.” Genau diesen Konter will er Chile nicht gönnen.

Doch Dunga braucht sich vielleicht gar keine Gedanken zu machen. Chile muss auf drei Spieler in verteidigenden Positionen verzichten und ist damit klar im Nachteil gegenüber den brasilianischen Torjägern Elano, und Fabiano. Kaká und Robinho nicht zu unterschätzen. Anders betrachtet: Chile hat nichts mehr zu verlieren. Über den Einzug ins Achtelfinale hat man sich sehr gefreut, alles Weitere liege in der Hand Gottes.

Wie immer das Spiel enden mag, in Brasilien regiert der Fußball. Ein Projekt von Plan hat sich dies zu Nutzen gemacht. Ziel ist es, dass 600 Mädchen in Brasilien, Ghana und Togo mit Hilfe des populären Mannschaftssportes an Selbstbewusstsein gewinnen, um sich für ihren Platz in der Gesellschaft stark zu machen. Schirmherrin des Projekts ist die Fußball-Weltmeisterin Sonja Fuss: “Nächstenliebe, Fairness, Aufrichtigkeit und Verantwortung geben nicht nur den betroffenen Mädchen Stärke für ihre eigene Zukunft, sondern vielleicht einer ganzen Familie, einem ganzen Dorf oder auch einem Land.“

Bis Ende November 2012 läuft das Fußballprojekt in Codó im Nordosten Brasiliens. Neben den Trainingseinheiten profitieren die Mädchen von den Workshops, die Themen wie HIV/Aids oder frühe Schwangerschaften und die Bedeutung von Bildung in den Vordergrund rücken. “Meine Mutter stand dem Projekt am Anfang sehr ablehnend gegenüber. Aber jetzt akzeptiert sie mein Hobby und unser Verhältnis hat sich sehr gebessert. Auch meine Freunde behandeln mich mit mehr Respekt“, beschreibt Karleane, was ihr das Projekt bedeutet.

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25. Juni 2010

Aus 32 mach 16 – die Vorrunde ist vorbei

Die Vorrunde der WM in Südafrika ist fast vorbei. Die Karten werden neu gemischt. Von den 32 angetretenen Mannschaften haben sich 16 für die nächste Runde qualifiziert. Mal durch wirklich guten Fußball, mal mit Glück. Vize-Weltmeister Frankreich schied bereits in der Vorrunde aus, andere – vermeintliche – Favoriten folgten. Auch Südafrika ist nicht mehr dabei. Es ist das erste Mal in der WM-Geschichte, dass der Gastgeber die Vorrunde nicht übersteht.

Wie aber haben sich unsere Plan-Länder bei der Weltmeisterschaft bisher geschlagen? Brasilien hat sich nach zwei Spielen als erstes Land vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert. Werden wir von der Seleção noch mehr Fußballzauber und begeisternde Hackentricks sehen, oder katapultiert es die Mannschaft bereits im Achtelfinale aus dem Turnier?

So sehr wir uns für unser Partnerland Brasilien freuen, umso mehr bedauern wir das frühe Ausscheiden Kameruns. Die unzähmbaren Löwen sind enttäuscht, ihre Gruppengegner Japan und Dänemark wären durchaus bezwingbar gewesen. Im dritten Vorrundenspiel gegen die Niederlande würde selbst ein Sieg nicht für ein Weiterkommen reichen.

Die Ehre der afrikanischen Mannschaften hängt daher nun allein vom Abschneiden Ghanas ab, die sich in ihren drei Vorrundenspielen als starke Mannschaft präsentiert haben. Ob ihr Können für einen Sieg gegen die USA im Achtelfinale reicht, wird sich am Sonntag zeigen.

In Gruppe F war es besonders spannend. Wer hätte vor der WM gedacht, dass sich Paraguay gegen den amtierenden Weltmeister Italien behaupten und mit einem Sieg gegen die Slowakei Hoffnung auf das Achtelfinale erwecken kann? Nach dem letzten Match der Vorrunde steht fest: Paraguay ist Gruppensieger und hat damit den Großen gezeigt, dass auch ein kleines Land, mit dem zuvor niemand gerechnet hätte, guten Fußball spielen kann und somit verdient in die nächste Runde einzieht.

Es wäre eine große Überraschung, wenn die Nationalmannschaft von Honduras jetzt noch ins Achtelfinale einzieht. Nach zwei Niederlagen sieht es für die “H“ aus Lateinamerika nicht gut aus. Sie müssen ihr voraussichtlich letztes Spiel der WM gegen die Schweizer bestreiten, die sogar Europameister Spanien zum Stolpern brachten. Sollte Honduras tatsächlich ausscheiden, können sie trotzdem stolz sein auf ihre großartige Qualifikationsrunde, die sie zur zweiten Teilnahme an einer Fußballweltmeisterschaft führte. Getreu dem Motto “Dabei sein ist alles“.

Katharina Stoekl :: abgelegt unter Allgemein :: kommentieren
25. Juni 2010

Freundschaftsspiel Ruanda – Deutschland

Daniela Hensel von Plan Deutschland ist in Südafrika und betreut den Kick-Off eines Fußball- und Bildungsprojekts von Plan und NIVEA im Nordwesten Ruandas. Sie ist mit den Schülerinnen und Schülern aus Ruhuha, Ruanda und den Mädchen und Jungen der Deutschen Schule Pretoria in Südafrika unterwegs und beschreibt ihre Eindrücke von der Begegnung der Jugendlichen im Blog Weltgeschichten.

May Evers :: abgelegt unter Allgemein :: kommentieren
24. Juni 2010

Fußball ist für Joy mehr als nur ein Spiel

Daniela Hensel von Plan Deutschland betreut den Kick-Off des Sport- und Bildungsprojekts in Ruanda und ist mit den Schülerinnen und Schülern aus Ruhuha und den Mädchen und Jungen der Deutschen Schule Pretoria in Südafrika unterwegs. Mit Joy, der Mannschaftskapitänin der Mädchenfußballmannschaft aus Ruhuha, hat sie über Fußball und ihre Träume gesprochen.


Bisher hat Joy Fußball immer nur in dem alten Transistorradio ihrer Eltern verfolgt. Wie ein Stadion aussieht, wie die Profis über den Platz rennen: So etwas hat sie noch nie gesehen. Denn die 15-Jährige lebt in einem kleinen Dorf in Ruanda. Ohne Strom, ohne fließendes Wasser, eine Straße gibt es auch nicht. Fußball ist für das Mädchen aus Ruanda mehr als nur ein Spiel. Es ist ihre Zukunft, eine Möglichkeit, den Alltag zu vergessen. Schon als kleines Mädchen kickte sie mit den Jungs aus ihrem Dorf, vor drei Jahren schließlich kam sie in das Mädchenfußballteam ihrer Schule. Heute ist sie Kapitänin und reist regelmäßig mit ihrem Team in die umliegenden Dörfer, um gegen andere Mädchen zu spielen. Fußball ist ihr Leben, sagt sie. Nicht nur, weil der Sport fit hält und starke Knochen macht, Joy lacht, sondern auch, weil es eine Möglichkeit ist, aus ihrem Dorf herauszukommen. “Ich habe so viele neue Freundinnen kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte”, sagt sie.

Joy spielt in jeder freien Minute, denn sie möchte einmal Profifußballerin werden. Wenn das nicht klappt vielleicht auch Ärztin, aber um den Fußball, darum dreht sich alles, sagt sie.
Besonders aufregend – neben dem Fußballspiel in Soccer City – der Aufenthalt bei der Gastfamilie von der deutschen Schule in Pretoria. Zum ersten Mal im Leben hat Joy auf einer Matratze geschlafen, sich unter eine Dusche gestellt. Bei der Gastfamilie fühlt sie sich wohl – auch wenn sie nicht alles versteht. Das Brot sei anders als das, was sie von zuhause kennt.

Joy liebt es, wenn die Zuschauer sie anfeuern, die Spielernamen rufen und jubeln, wenn Tore fallen. Das halbe Dorf komme zu ihren Spielen, erzählt die 15-Jährige. Für die Mädchen ist es einer der wenigen Momente, in denen sie Aufmerksamkeit erhalten. Ihre Lieblingsfächer sind Mathe und Naturwissenschaften, wenn es mit der Profikarriere nicht klappt, kann sie sich auch vorstellen, Ärztin zu werden.

Daniela Hensel :: abgelegt unter Allgemein :: kommentieren
24. Juni 2010

Wir spielen barfuß

Die 14-jährige Kimberley lebt seit Februar 2009 in Pretoria, weil ihr Vater jetzt dort arbeitet. Sie besucht die 8. Klasse und ist Mitglied der Mädchenfußballmannschaft der Deutschen Schule Pretoria:

Ein Freund hat mir erzählt, dass es ein Projekt der Deutschen Schule Pretoria gibt, bei dem Fußball spielende Schülerinnen und Schüler aus Ruanda zur WM nach Südafrika kommen, das Land und die Menschen kennenlernen möchten. Ich war sofort begeistert und wollte gerne ein Kind aus dieser Gruppe bei uns zuhause aufnehmen. Ich finde es einfach spannend, Menschen aus einem Land kennenzulernen, denen es nicht so gut geht wie uns. Ich war gleich daran interessiert, wie die Kinder dort leben, welche Probleme, welche Wünsche und Hoffnungen sie haben.

Jetzt wohnt Joy bei uns und es ist doch noch ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Joy wusste nicht, wie unsere Dusche, unsere Toilette funktioniert. Sie wusste nicht, wie man unsere Autotür öffnet, wie man sich anschnallt. Und dann sprechen wir nicht eine Sprache gemeinsam. Aber irgendwie verständigen wir uns mit Händen und Füßen. Das geht schon. Ich helfe ihr einfach bei allem. Schmiere ihr die Butter auf das Brot, schnalle sie an. Für Joy ist eben alles noch ganz fremd. Sie wollte auch nicht gerne alleine in einem Zimmer schlafen. Also schläft sie jetzt eben mit mir in einem Zimmer. Eigentlich würde ich Joy gerne einmal besuchen. Wahrscheinlich wäre dort alles genauso ungewohnt und neu für mich, wie es für sie bei uns ist.

Aber Fußball verbindet uns. Fußball spielen wir alle gerne. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir ein Match gegeneinander spelen werden. Wir werden dazu auch ganz bewusst barfuß spielen. Denn das sind die Mädchen und Jungen aus Ruanda so gewohnt.

Ich spiele gerne Fußball, weil man bei diesem Sport auch viel denken muss. Außerdem kann ich mich da wunderbar auspowern und für den Teamgeist gibt es nichts Besseres.

Freddy Hansmann :: abgelegt unter Allgemein :: kommentieren
23. Juni 2010

Jeder mag doch Fußball, oder?!

Emmy ist 15 Jahre alt und besucht die Schule in Ruhuha, Ruanda. Mit fünf Jahren hat er angefangen, Fußball zu spielen. Mit anderen Kids aus seinem Dorf. Der Ball, eine Kugel aus Bananenschalen. Heute Abend wird er zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Deutschen Schule Pretoria das Spiel Ghana : Deutschland live im Stadion erleben. Gestern erzählte er uns:

Ich bin Kapitän des Fußballteams meiner Schule. Ich trainiere Samstags und Sonntags. In den Ferien auch Freitags und Montags. Fußball ist mein Leben, diese Begeisterung, dieser Zusammenhalt. Jeder mag doch Fußball, oder?!
Ich konnte es gar nicht fassen, dass ich tatsächlich nach Südafrika fliegen sollte. Auf dem Weg nach Kigali dachte ich, vielleicht ist es ja doch kein Traum. Aber erst, als ich im Flugzeug saß, wusste ich, dass der Traum Realität ist.
Vor dem Flug hatte ich ein bisschen Angst. Aber als ich dann saß, war ich nur noch glücklich. Und dann gab es tatsächlich auch noch etwas zu essen. Man kann also im Flugzeug auch noch kochen. Im Dorf haben wir nur kaltes Wasser, das wir über unseren Kopf schütten. Wasser aus dem Wasserhahn, davon hab ich schon mal gehört. Aber dass daraus sogar warmes Wasser kommt, das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. In Johannesburg sind wir so herzlich begrüßt worden. Das war klasse. Ich vermisse meine Familie und mein Zuhause überhaupt nicht. Es sind ja nur ein paar Tage. Und hier habe ich eine neue Familie gefunden.

Und dann der Ausflug in den Nationalpark Pilanesberg.

Das war so klasse. Wir wohnen in Ruanda zwar in der Nähe eines Nationalparks. Aber die ganzen afrikanischen Tiere habe ich noch nie gesehen. Wir sind mit dem Bus durch den Nationalpark gefahren und haben Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Giraffen, Antilopen, Gnus gesehen. Das war wirklich aufregend.
Und morgen geht es in das große Soccer City Stadion nach Johannesburg. Ich kann es noch gar nicht fassen. Natürlich bin ich für Deutschland. Sie werden 2:0 gewinnen. Und weil mein großes Idol Michael Ballack verletzt ist, muss ich noch lauter für Deutschland schreien, damit sie Weltmeister werden.

Ich bin ein ganz guter Schüler, vor allem in Mathe. Aber mein Traum ist es, eines Tages Profifußballer zu werden. Dann verdiene ich viel Geld, kann meiner Familie und meinem Land helfen.

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23. Juni 2010

Wir werden uns gut verstehen

Markus, 14 Jahre alt, Schüler der Deutschen Schule Pretoria, ist in Südafrika geboren. Seine deutsche Familie lebt seit vielen Generationen im Land am Kap. Beim Kick-Off-Spiel der Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Pretoria wird er gegen Schülerinnen und Schüler aus Ruanda antreten. Emmy, der Kapitän der Jungenfußballmannschaft aus Ruhuha, wird für ein paar Tage bei ihm wohnen. Markus berichtet:

Eigentlich weiß ich gar nichts von Ruanda. Nur so ungefähr, wo es in Afrika liegt. Und dass die Sprache gerade erst von Französisch auf Englisch umgestellt wird. Deshalb wird mir ein Freund, der gut französisch spricht, weiterhelfen. Ich habe mir schon Gedanken darüber gemacht, wie es sein wird, wenn Emmy bei mir wohnen wird. Er hat ein eigenes Bett, einen Nachttisch, eine Lampe. Dabei weiß ich noch gar nicht so richtig, ob er das alles überhaupt kennt. Aber das kann ich ihm ja alles zeigen: Ich glaube, dass wir uns ganz schnell gut verstehen werden. Auch wenn wir nicht die gleiche Sprache sprechen. Ich weiß, dass Emmy aus einem Land, aus einem Dorf kommt, in dem es den Menschen nicht so gut geht, wie uns. Aber auch in Südafrika gibt es reich und arm. Und auch in Südafrika sah es vor 20 Jahren noch ganz anders aus. Warum also soll es den Menschen in Ruanda nicht in einigen Jahren sehr viel besser gehen. Und vielleicht hilft diese Reise den Kindern ja auch, ihre Träume zu verwirklichen.

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22. Juni 2010

Kick-Off in Pretoria II

Das Bildungs- und Sportprojekt von Plan und NIVEA wird von unserem Nationaltrainer Jogi Löw unterstützt. In Ruanda werden u.a. zwei Sportplätze gebaut. Emmy, Mannschaftskapitän der Jungenfußballgruppe aus Ruhuha, hofft auf ein Treffen mit Jogi in Südafrika:

Ich freue mich so darauf, berühmte Fußballer mit eigenen Augen zu sehen. Viele Namen kennen wir doch nur durch das Radio. Niemals hätte ich mir erträumt, dass ich einmal mit dem Flugzeug fliegen würde, denn das hätten meine Eltern doch gar nicht bezahlen können, eine Reise in ein anderes Land zu machen. Außerdem würde ich gerne Joachim Löw persönlich kennenlernen und ihm für seine Hilfe danken. Es kommt mir alles vor wie ein Wunder. Manchmal kann ich es gar nicht fassen. Ich träume davon, auch einmal richtig gut im Fußball zu werden. Wir sind ja auch ausgesucht worden, weil wir gut spielen. Wer weiß, vielleicht kann ich als guter Fußballer einmal mein Land repräsentieren und dafür sorgen, dass es meiner Familie und meinem Land besser geht. Das wäre mein Traum. Ich wünsche der deutschen Mannschaft bei diesem Spiel ganz viel Glück und grüße sie herzlich.

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22. Juni 2010

Kick-Off in Pretoria I

Diesen Donnerstag treten junge Fußballerinnen und Fußballer aus Ruanda gegen Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule in Pretoria zum Freundschaftsspiel an. Das Spiel ist Kick-Off-Event für ein von Plan und NIVEA initiiertes Fußball- und Bildungsprojekt für Kinder und Jugendliche im Nordwesten Ruandas. Aufregung, Freude und ein bisschen Ehrfurcht bewegen die Kids aus Ruanda vor der Abreise. Nicht zuletzt, weil sie bei dem Deutschland – Ghana Spiel live dabei sind.

Joy, Mannschaftskapitänin der Mädchenfußballgruppe von Ruhuha: Es ist so aufregend, dass wir jetzt nach Südafrika zur Fußballweltmeisterschaft reisen. Wir sind ja noch niemals geflogen und haben noch nie solch eine große Reise unternommen. Im Radio haben wir vieles über Südafrika gehört. Nun sind wir ganz gespannt, ein afrikanisches Land zu besuchen, das so viel weiter entwickelt ist als Ruanda und zu sehen, wie die Menschen dort leben und aussehen. Vor allem, wie unsere Gastfamilien leben. Nach Südafrika zu reisen, bedeutet für uns, dass wir ganz viele neue Erfahrungen machen können, Städte wie Johannisburg und Pretoria kennenlernen. Wir können dann auch unseren Eltern und den anderen Kindern der Schule davon berichten. Ein bisschen Angst haben wir auch, vor allem davor, dass wir in dem riesigen Stadion in Johannisburg verloren gehen könnten. Wir haben beschlossen, immer darauf zu achten, dass wir alle zusammenbleiben.

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20. Juni 2010

Italien? Nein, Paraguay!

Paraguays Image ist nicht besonders gut. Korruption, schlechte Wirtschaftslage, fehlende Perspektiven für Jugendliche. Die Probleme stapeln sich. Doch es gibt einen Bereich, in dem der südamerikanische Binnenstaat durchaus einen Aufschwung zu verbuchen hat. Die Rede ist vom Fußball, dem Exportschlager des Landes. Ganz Paraguay scheint dem Fußballwahn erlegen zu sein.

Schon die Kleinen träumen von der großen Karriere. Am liebsten in Europa. Mit dem nötigen Talent nach den Sternen greifen und für immer aussorgen, wie es Roque Santa Cruz gemacht hat, einer der Top-Stürmer der Albirrojas. So sieht er aus, der paraguayische Traum. In der Realität, ja, da sieht alles ein bisschen anders aus. Nüchtern betrachtet, schafft es kaum ein Aspirant nach Europa.

Hohe Arbeitslosenzahlen und Perspektivlosigkeit treiben die Jugend dennoch an, sogar so stark, dass sie für ihre Vision die Schule abbrechen. Eine beunruhigende Entwicklung, der Paraguay gegenüber steht. Ein Ansatz sind die so genannten “Escolas de Fútbol” – Fußballschulen, die garantieren sollen, dass die Kinder weiterhin neben ihrer Leidenschaft zur Schule gehen. Die Zukunft wird zeigen, ob das Konzept Erfolg hat.

Fakt ist, dass die paraguayische Nationalmannschaft an Stärke gewonnen hat. Beim Auftaktspiel gegen Italien ließen sie den Titelverteidiger ziemlich arm aussehen.  Dass sich selbst erfahrene Sportjournalisten täuschen können, hat Paraguay bewiesen. Die Mannschaft präsentierte sich selbstbewusst. Auf der einen Seite die Sturmfront mit Roque Santa Cruz und Lucas Barrios. Auf der anderen der erfahrene Torwart Justo Villar. Hätte er im entscheidenden Moment die Nerven behalten, hätte Paraguay womöglich gewonnen. Auch wenn Paraguay nach dem Spiel gegen Italien noch immer nicht zu den Favoriten der WM gezählt wird, so haben sie doch gezeigt, dass ihr Land mehr zu bieten hat als negative Schlagzeilen. Mal sehen, was Barrios und Co im nächsten Spiel gegen die Slowakei zu Stande bringen.

Katharina Stoekl :: abgelegt unter Allgemein :: 1 Kommentar
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