Fußball ist für Joy mehr als nur ein Spiel
Daniela Hensel von Plan Deutschland betreut den Kick-Off des Sport- und Bildungsprojekts in Ruanda und ist mit den Schülerinnen und Schülern aus Ruhuha und den Mädchen und Jungen der Deutschen Schule Pretoria in Südafrika unterwegs. Mit Joy, der Mannschaftskapitänin der Mädchenfußballmannschaft aus Ruhuha, hat sie über Fußball und ihre Träume gesprochen.
Bisher hat Joy Fußball immer nur in dem alten Transistorradio ihrer Eltern verfolgt. Wie ein Stadion aussieht, wie die Profis über den Platz rennen: So etwas hat sie noch nie gesehen. Denn die 15-Jährige lebt in einem kleinen Dorf in Ruanda. Ohne Strom, ohne fließendes Wasser, eine Straße gibt es auch nicht. Fußball ist für das Mädchen aus Ruanda mehr als nur ein Spiel. Es ist ihre Zukunft, eine Möglichkeit, den Alltag zu vergessen. Schon als kleines Mädchen kickte sie mit den Jungs aus ihrem Dorf, vor drei Jahren schließlich kam sie in das Mädchenfußballteam ihrer Schule. Heute ist sie Kapitänin und reist regelmäßig mit ihrem Team in die umliegenden Dörfer, um gegen andere Mädchen zu spielen. Fußball ist ihr Leben, sagt sie. Nicht nur, weil der Sport fit hält und starke Knochen macht, Joy lacht, sondern auch, weil es eine Möglichkeit ist, aus ihrem Dorf herauszukommen. “Ich habe so viele neue Freundinnen kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte”, sagt sie.
Joy spielt in jeder freien Minute, denn sie möchte einmal Profifußballerin werden. Wenn das nicht klappt vielleicht auch Ärztin, aber um den Fußball, darum dreht sich alles, sagt sie.
Besonders aufregend – neben dem Fußballspiel in Soccer City – der Aufenthalt bei der Gastfamilie von der deutschen Schule in Pretoria. Zum ersten Mal im Leben hat Joy auf einer Matratze geschlafen, sich unter eine Dusche gestellt. Bei der Gastfamilie fühlt sie sich wohl – auch wenn sie nicht alles versteht. Das Brot sei anders als das, was sie von zuhause kennt.
Joy liebt es, wenn die Zuschauer sie anfeuern, die Spielernamen rufen und jubeln, wenn Tore fallen. Das halbe Dorf komme zu ihren Spielen, erzählt die 15-Jährige. Für die Mädchen ist es einer der wenigen Momente, in denen sie Aufmerksamkeit erhalten. Ihre Lieblingsfächer sind Mathe und Naturwissenschaften, wenn es mit der Profikarriere nicht klappt, kann sie sich auch vorstellen, Ärztin zu werden.


